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Jede Lieferung ist Teil des Produktionsplans

Automotive-Logistik folgt dem Rhythmus der Produktion

Sie verbindet Zulieferer, Werke, Lager und Servicezentren innerhalb eng abgestimmter Abläufe. Raben organisiert regelmäßige Produktionsversorgung, konsolidierte Lieferantenverkehre und ergänzende Lager- und Verpackungsprozesse.

In der Automobilindustrie ist eine Lieferung selten ein isolierter Auftrag. Komponenten werden für einen bestimmten Bedarf, eine Produktionsstufe oder einen festgelegten Zeitraum eingeplant. Ändert sich der Transportablauf, kann dies unmittelbar die Materialverfügbarkeit im Werk beeinflussen.

Entscheidend sind deshalb nicht nur Laufzeit und Transportpreis. Ebenso wichtig sind klar definierte Bestell- und Abrufprozesse, verbindliche Cut-off-Zeiten, belastbare Sendungsdaten und ein geregelter Umgang mit Abweichungen.

Automotive-Logistik muss den Produktionsprozess verstehen, ohne sich als Teil der Fertigungssteuerung auszugeben. Sie schafft die Transport-, Lager- und Informationsstruktur, mit der Lieferanten und Produktionsstandorte zuverlässig verbunden werden können.

Lieferanten bündeln und Werke gezielt versorgen

Automotive-Supply-Chains bestehen häufig aus einer Vielzahl spezialisierter Zulieferer. Werden alle Sendungen unabhängig voneinander an das Werk transportiert, entstehen viele Anlieferungen, unterschiedliche Zeitfenster und zusätzlicher Abstimmungsaufwand.

Eine Konsolidierungsstruktur bündelt geeignete Komponenten aus mehreren Ausgangsstellen und führt sie kontrolliert dem Produktionsstandort zu. Dadurch lassen sich Lieferantenverkehre ordnen und die Zahl einzelner Anlieferungen reduzieren.

Abhängig von Volumen und Relation können dabei unterschiedliche Modelle eingesetzt werden:

  • regelmäßige Stückgutverkehre für einzelne Paletten und kleinere Lose,
  • LTL-Konzepte für größere, gebündelte Teilmengen,
  • FTL- oder Direktverkehre für vollständige Ladungen und eng abgestimmte Relationen,
  • Konsolidierung über ein Lager oder einen definierten Umschlagpunkt.

Just-in-Time beginnt lange vor dem Lieferfenster

Just-in-Time bedeutet, dass Material innerhalb eines abgestimmten Zeitrahmens für die Produktion bereitgestellt wird. Der sichtbare Liefertermin ist allerdings nur das Ende einer längeren Prozesskette.

Vorher müssen Abruf, Auftragsdaten, Abholung, Transportplanung und Warenannahme miteinander abgestimmt sein. Fehlt an einer dieser Stellen eine belastbare Information, wird aus einer präzisen Planung schnell eine Reihe sehr dringender Telefonate.

Für einen JIT-orientierten Prozess müssen insbesondere festgelegt werden:

  • wann der Abruf beziehungsweise Transportauftrag vorliegen muss,
  • welche Sendungs- und Referenzdaten zwingend erforderlich sind,
  • welche Abhol- und Anlieferfenster gelten,
  • wie Terminabweichungen bewertet und kommuniziert werden,
  • welche Eskalationswege bei gefährdeter Versorgung greifen.

Kapazität muss auf Produktionsveränderungen reagieren

Produktionsprogramme verlaufen nicht dauerhaft gleichmäßig. Modellwechsel, Sonderschichten, Anläufe oder saisonale Veränderungen können Volumen und Transportbedarf kurzfristig verschieben.

Eine belastbare Automotive-Struktur unterscheidet deshalb zwischen dem regelmäßig wiederkehrenden Grundbedarf und zusätzlichen Kapazitäten für absehbare Spitzen.

Wie diese Kapazitäten organisiert werden, richtet sich nach Produktionsrhythmus und Standortbedingungen. Möglich sind beispielsweise feste Regelverkehre, ergänzende Fahrzeuge für Spitzen oder bereitgestellte Trailer für definierte Abrufmodelle.

Dabei bleibt eine rechtzeitige Vorschau entscheidend. Flexibilität ist schließlich eine operative Fähigkeit und kein physikalisches Verfahren, mit dem aus einem Forecast von null plötzlich fünf Fahrzeuge entstehen.

Verpackungskreislauf

Mehrwegverpackungen sind in der Automotive-Logistik Teil des Materialflusses. Ladungsträger, Behälter und Spezialverpackungen müssen nach der Entladung zurückgeführt, sortiert und erneut verfügbar gemacht werden.

Fehlen Behälter beim Lieferanten, kann dies die nächste Produktion oder Verladung ebenso beeinträchtigen wie eine verspätete Komponentenlieferung. Rückverpackungen sind deshalb kein nebensächlicher Rücktransport, sondern ein eigener Prozess.

Raben nennt Management von Rückverpackungen, Sortierleistungen, Lagerung und Inhouse-Services als Bestandteile seiner Automotive-Lösungen. Dafür müssen Behältertypen, Sammelpunkte, Rückführzeiten und der Umgang mit beschädigten oder falsch zugeordneten Ladungsträgern klar definiert sein.

Pufferlager

Nicht jede Automotive-Supply-Chain kann ausschließlich über direkte Transporte versorgt werden. Unterschiedliche Produktionszyklen, Lieferantenentfernungen oder schwankende Abrufmengen können vorgelagerte Lager- oder Konsolidierungsstrukturen sinnvoll machen.

Ein Lager kann Komponenten bündeln, Bestände verwalten und Material nach Abruf bereitstellen. Auch Sortierung, Verpackungsmanagement oder vorbereitende Leistungen können eingebunden werden.

Lagerung, Inhouse-Service und Sortierleistungen sind Bestandteile unseres Automotive-Angebots. Sicherheits- oder Pufferbestände können berücksichtigt werden, wenn dies vereinbart und für das Produkt geeignet ist. Der Lagerprozess kann Risiken abfedern, ersetzt aber keine saubere Transportplanung.

Ersatzteile

Ersatzteilversorgung folgt einer anderen Logik als Produktionsbelieferung. Produktionskomponenten gehen häufig in größeren Mengen an wenige Werke, Ersatzteile verteilen sich dagegen auf viele Artikel und Empfänger.

Dabei können einzelne Sendungen kleiner sein, während Verfügbarkeit und eindeutige Artikelzuordnung besonders wichtig bleiben.

Ein Ersatzteilmodell kann zentrale Lagerung, Kommissionierung und nationale oder internationale Distribution verbinden. Produktionsversorgung und Ersatzteildistribution können gemeinsame Informationssysteme nutzen, sollten operativ aber getrennt geplant werden, da Frequenz, Priorität und Sendungsstruktur voneinander abweichen.

Reaktionsfähigkeit

Bei produktionsrelevanten Sendungen reicht es nicht, eine Verzögerung nur festzustellen. Die Information muss früh genug vorliegen, damit Disposition, Werk und Lieferant reagieren können.

Über myRaben lassen sich Transportaufträge, Statusinformationen und Dokumente zentral verwalten. ETA ergänzt Track & Trace um eine erwartete Ankunftszeit.

Digitale Transparenz stabilisiert die Produktionsversorgung jedoch nur, wenn auf Abweichungen klar reagiert wird. Ansprechpartner, Informationswege und Eskalationsstufen müssen deshalb vor dem kritischen Transport feststehen, nicht erst dann, wenn alle hektisch in denselben Teams-Chat schreiben.

ADR-relevante Komponenten kontrolliert einbinden

In der Automotive-Logistik können Komponenten und Betriebsstoffe als Gefahrgut eingestuft sein. Raben nennt beispielsweise Gurtstraffer, Airbags, Sprays, Fahrzeugöle und bestimmte Aerosole.

Für diese Sendungen gelten zusätzliche Anforderungen an Klassifizierung, Verpackung, Kennzeichnung und Dokumentation. Auch Zusammenladung, Fahrzeugausrüstung und Streckenführung können relevant sein.

Die konkrete Transport- oder Lagerfähigkeit muss dennoch immer anhand der einzelnen Ware geprüft werden. Benötigt werden mindestens UN-Nummer, Gefahrgutklasse, Verpackungsgruppe, Menge und Verpackungsart.

Europäische Produktionsnetzwerke relationsbezogen verbinden

OEMs und Zulieferer arbeiten häufig über mehrere europäische Länder hinweg. Ein Bauteil kann in einem Markt gefertigt, in einem anderen konsolidiert und anschließend an ein Werk oder Servicezentrum in einer weiteren Region geliefert werden.

Wir verbinden unsere Automotive-Leistungen mit einem eigenen europäischen Transport- und Standortnetz. 

Die konkrete Struktur richtet sich nach den beteiligten Regionen. Eine Lieferantenrelation zwischen Deutschland und Polen benötigt eine andere Planung als ein Verkehr zwischen Deutschland und Italien oder Rumänien.

Frequenzen, Laufzeiten und Transportmodelle werden deshalb anhand der jeweiligen Ausgangs- und Zielregion bestimmt. Für größere oder taktgebundene Mengen können Direkt- beziehungsweise Komplettladungsverkehre sinnvoll sein. Kleinere Lose können über das Stückgutnetz konsolidiert werden.

FAQ

Welche Automotive-Leistungen bietet Raben an?

Bietet Raben Just-in-Time-Transporte an?

Bietet Raben auch Just-in-Sequence an?

Können Sendungen mehrerer Zulieferer konsolidiert werden?

Übernimmt Raben das Management von Mehrwegverpackungen?

Können Automotive-Komponenten als Stückgut transportiert werden?

Transportiert Raben Airbags und Gurtstraffer?

Können Komponenten bei Raben gelagert werden?

Wie werden produktionsrelevante Sendungen verfolgt?

Welche Angaben werden für eine Automotive-Anfrage benötigt?

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